Treuhand und Hilfe bei Fragen Rund um die Mehrwertsteuer (MWST) für Ihr Geschäft in der Region Weinfelden, Frauenfeld, Kreuzlingen, Winterthur, St. Gallen, Gossau, Hauptwil und Steckborn.

Die Schweizer Stimmberechtigten haben im September 2017 die Vorlage zur "Altersvorsorge 2020" abgelehnt.

Auf den 1. Januar 2018 wurde die Mehrwertsteuer auf 7.7% reduziert!

Was müssen Sie ändern?

Ihre Preise müssen angepasst werden. Wenn Sie ein Ladenlokal oder Shop führen, müssen die neuen MWST-Sätze in Ihrem Kassensystem geändert werden. Die Anpassungen in unserem Buchhaltungssystem SageSesam werden wir für Sie vornehmen. Ihre Finanzbuchhaltung werden wir ab 2018 für Sie mit den neuen MWST-Sätzen führen. Bei Fragen kontaktieren Sie uns, wir stehen Ihnen bei der Umstellung vor Ort beratend zur Seite.

Sämtliche Rechnungen an Ihre Kunden müssen ab dem 1. Januar 2018 mit den neuen MWST-Sätzen berechnet werden. Bitte berücksichtigen Sie diese wichtige Änderung in Ihrem Rechnungsprogramm.

Rechnungsstellung

Wie bereits bei der letzten Mehrwertsteuersatzanpassung ist grundsätzlich der Zeitpunkt beziehungsweise der Zeitraum der Leistungserbringung für den anzuwendenden Steuersatz massgebend.

Die Rechnungsstellung oder der Zahlungseingang bei der Abrechnung nach vereinnahmtem Entgelt ist daher unerheblich.

Neue MWST-Sätze ab 01.01.2018

   Normalsatz  Sondersatz Beherbergung  Reduzierter Satz
 Steuersätze bis 31.12.2017    8.0%    3.8%    2.5%
 Auslaufende IV-Zusatzfinanzierung per 31.12.2017   -0.4%   -0.2%   -0.1%
 Steuererhöhung FABI 01.01.2018 - 31.12.2030  +0.1%  +0.1%  +0.1%
 Neue Steuersätze ab 01.01.2018    7.7%    3.7%    2.5%

Damit Sie in Ihren Rechnungen die MWST-Sätze richtig verrechnen hier einige Beispiele. Bei Fragen als bestehender Buchhaltungskunde rufen Sie uns bei Unklarheiten immer an.

Beispiel Hundeshop Bello

Hundeshop Bello liefert dem Kunden Labradorfrauchen am 30. Dezember 2017 ein luxuriöses Hundebett. Die Rechnungsstellung erfolgt allerdings erst am 4. Januar 2018. Kunde Labradorfrauchen bezahlt die Rechnung erst am 5. März 2018.

>>> Korrekte MWST-Satzanwendung: Die Rechnung ist mit 8% MWST auszustellen, da die Lieferung noch im 2017 erfolgt ist.

Beispiel Maschinenverkäufer Akkuschrauber

Maschinenverkäufer Akkuschrauber kann seinen Kunden endlich den neuen Akkuschrauber Premium anbieten. Dieser wurde ganz neu entwickelt. Da dieses Modell schon jetzt sehr gesucht ist, bekommt er viele Vorbestellungen. Der Maschinenverkäufer Akkuschrauber weiss jedoch, wie es um die Zahlungsmodalitäten seiner Kunden bestellt ist und stellt in weiser Voraussicht bereits am 14. Dezember 2017 eine Vorausrechnung. Die Auslieferung der Maschine erfolgt dann wie versprochen in der 3. Januarwoche 2018.

>>> Korrekte MWST-Satzanwendung: Die Voraussrechnung ist mit dem neuen MWST-Satz 7.7% auszustellen, da die Lieferung erst im 2018 erfolgt.

Leistungsabgrenzung - Was gilt bei einer Baustelle die im Oktober 2017 beginnt und erst im April 2018 fertig ist?

Dauert die Leistung über das Jahr hinaus, muss eine sogenannte Leistungsabgrenzung vorgenommen werden. Das heisst, die MWST muss für jede Periode zu separaten Sätzen versteuert werden, kann jedoch in derselben Rechnung fakturiert werden. Die Baustelle von Oktober bis Dezember 2017 wird zu 8% besteuert und Januar bis April 2018 kommt der neue Satz von 7.7% zur Anwendung. Beide Leistungen können jedoch in derselben Rechnung verrechnet werden. Wichtig ist, dass Sie die Sätze separat für die jeweilige Zeit anwenden.

Ist die Leistung nicht klar abgegrenzt, ist die gesamte Leistung zum alten, höheren Satz steuerbar.

Und was gilt bei periodischen Leistungen?

Die Leistungsbegrenzung (siehe oben) gilt auch für periodische Leistungen wie Abonnemente oder Wartungsverträge. Eine periodische Leistung, die sich vom 2017 ins 2018 erstreckt, ist aufzuteilen.

Beispiel Kaffeeshop feiner Kaffee

Der Kaffeeshop feiner Kaffee hat in seinem Café 2 vollautomatische Kaffeemaschinen. Dafür hat er mit der Firma Neue Kaffeemaschinen ein Wartungsabonnement für die Laufzeit vom 1. November 2017 bis 31. Oktober 2018 abgeschlossen. Ende November 2017 stellt ihm die Firma Neue Kaffeemaschinen eine Rechnung für die Periode 2017/2018 aus. Die Rechnung ist für die Zeit vom 1. November bis 31. Dezember 2017 mit 8% und vom 1. Januar bis 31. Oktober 2018 mit 7.7% zu besteuern.

Schwierig könnte sich hier eine periodische Rechnung herausstellen, die bereits vor dem 24. September 2017 (vor dem Abstimmungsdatum über die Altersreform 2020; also vor der Ablehnung der MWST-Satzerhöhung) ausgestellt worden ist.

Dazu ein Beispiel: Wartungsvertrag für PC-Programm "Schreibling" für die Laufzeit vom 1. April 2017 bis 31. März 2018

Am 30. April 2017 wurde die Rechnung der Firma "Schreibling" für die gleichnamige Software inkl. 8% MWST für die Periode 2017/2018 bezahlt.

Aufgrund der Steueranpassung auf 1. Januar 2018 wären der Wartungsvertrag ab 2018 jedoch nur noch mit 7.7% zu versteuern. Nun ist die Rechnung falsch. Diese wurde ebenfalls bei uns als Buchhaltungsfirma zum alten Satz von 8% verbucht.

Was muss nun gemacht werden? Kann oder muss die Rechnung von der Firma Schreibling im Nachhinein angepasst werden? Also kann oder muss die Firma Schreibling dem Kunden nachträglich eine Gutschrift erteilen obwohl auf der Rechnung 8% ausgewiesen ist?

>>> Gemäss der eidgenössischen Steuerverwaltung ESTV kann bei einem Wartungsvertrag auf nachträgliche Korrekturen verzichtet werden. Wichtig ist, dass immer nur die effektiv in Rechnung gestellte Mehrwertsteuer als Vorsteuer in Abzug gebracht werden kann.

Haben Sie Fragen oder sind Sie gerade am Rechnungen schreiben und Wissen nicht was im konkreten Fall gilt? Melden Sie sich bei uns - wir helfen Ihnen!


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